Risikoanalyse nach dem LkSG: Zeitpunkt und Tiefe

Das Lieferkettensorgfaltspflichengesetz (LkSG) legt im § 5 Abs. 4 den Zeitpunkt und die Tiefe der Risikoanalyse fest. Diese Analyse ist sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen durchzuführen, um den sich verändernden Umständen in der Lieferkette gerecht zu werden.

Regelmäßige Risikoanalyse

Gemäß § 5 Abs. 4 LkSG ist die regelmäßige Risikoanalyse einmal im Jahr durchzuführen. Dabei bezieht sich „einmal im Jahr“ auf das Geschäftsjahr des Unternehmens. Die regelmäßige Analyse konzentriert sich auf Risiken im eigenen Geschäftsbereich und bei unmittelbaren Zulieferern. Es ist wichtig, diese Analyse mindestens jährlich zu aktualisieren und dabei den Aktualisierungsbedarf zu berücksichtigen.

 

 

Anlassbezogene Risikoanalyse

Die anlassbezogene Risikoanalyse gemäß § 5 Abs. 4 LkSG erfolgt, wenn das Unternehmen mit einer wesentlich veränderten oder erweiterten Risikolage in der Lieferkette rechnen muss. Die Entscheidung, ob ein Anlass vorliegt, obliegt der zuständigen Stelle im Unternehmen. Der Umfang dieser Analyse ist auf den konkreten Auslöser begrenzt, und es müssen diejenigen menschenrechtlichen oder umweltbezogenen Risiken ermittelt werden, die aufgrund der Veränderung der Geschäftstätigkeit offensichtlich sind.

 

 

Auslöser für die anlassbezogene Risikoanalyse

Als Auslöser für die anlassbezogene Risikoanalyse nennt das LkSG eine wesentlich veränderte oder erweiterte Risikolage in der Lieferkette, mit der das Unternehmen rechnen muss. Dies erfordert eine objektive Einschätzung durch das Unternehmen, basierend auf konkreten Anhaltspunkten. Regelbeispiele für solche Anhaltspunkte sind die Einführung neuer Produkte, Projekte oder Geschäftsfelder.

 

 

Tiefe der anlassbezogenen Risikoanalyse

Im Unterschied zur regelmäßigen Risikoanalyse sind bei der anlassbezogenen Analyse auch die mittelbaren Zulieferer in den Blick zu nehmen. Dies umfasst die gesamte Lieferkette bis zur Lieferung an den Endkunden. Die Veränderungen oder Hinzukommen von Risiken in der tieferen Lieferkette müssen anhand des konkreten Anlasses bewertet werden.

 

Berücksichtigung von Erkenntnissen aus der Bearbeitung von Hinweisen

Gemäß § 5 Abs. 4 S. 2 LkSG sind Erkenntnisse aus der Bearbeitung von Hinweisen nach § 8 LkSG bei der regelmäßigen und anlassbezogenen Risikoanalyse zu berücksichtigen. Dies schließt Informationen aus unternehmensinternen Beschwerdeverfahren und Streitbeilegungsverfahren ein. Unternehmen sollten das Beschwerdeverfahren zugänglich gestalten, da ein unzugängliches Verfahren eine bußgeldbewährte Ordnungswidrigkeit darstellt.

Die Berücksichtigung dieser Erkenntnisse trägt dazu bei, das Risikomanagement kontinuierlich zu verbessern und auf aktuelle Gegebenheiten in der Lieferkette zu reagieren. Unternehmen sind daher aufgefordert, diese Aspekte in ihre Sorgfaltspflichtprozesse zu integrieren und ihre Risikoanalysen entsprechend zu gestalten.

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